Architekturwahnsinn

Die Subtraktion von 1500m3 (Raum)Volumen

 

in cooperation:

christian kronaus + N - O - M - A - D

 

Euklidische Konsistenz

 

Wir stellen uns für die Aktion ArchitekturWAHNSINN eine Grundfrage der Architektur zur Aufgabe: Nämlich die der Raumerzeugung.

Physischer (Innen)Raum kann grundsätzlich entweder durch Addition, indem Wände und Decken aufgestellt werden, oder durch Subtraktion (Höhlenarchitektur, Kellerbau, Tunnelbau,...) erzeugt werden.

Unserer Ansicht nach ist es legitim, das beim ersten Architektenball zu thematisieren.

Unser Vorschlag sieht vor, sämtliche Veranstaltungsräumlichkeiten mit ballonartigen, luftgefüllten Kissen zu füllen, sodass die Räumlichkeiten ein gefülltes Volumen ergeben, dass weder begehbar noch visuell in seiner Gesamtheit erfassbar ist.

Bei der Eröffnung des Balls, wird durch das Zerplatzen der Kissen mittels Nadeln oder dgl. das gesamte Volumen der Veranstaltungsräumlichkeiten neu in Besitz genommen: Durch Subtraktion des Füllvolumens.

Das Bewusstmachen der Grösse des Volumens der Veranstaltungsräumlichkeiten mittels begreifbarer Einheiten (Ballongrösse ca. 40cm DM) aber auch die zelebrierte Besitznahme des Volumens.

Die Füllung der Luftkissen wird zu 50% Luft und 50% Helium sein. Der Raum öffnet sich damit aus seiner horizontalen Mitte heraus.

Relativistische Konsistenz, die Dekonstruktion eines Textes

 

Die Frage der Raumerzeugung wird auch relativistisch zu betrachten. Zur Überlegung Raum als absolutes, geometrisches Objekt zu definieren ergänzen wir den Raumbegriff um ein relatvräumliches Konzept: Das vorhandene Volumen wird mit einem Text, bestehend aus exakt so vielen Zeichen – sowohl Buchstaben als auch Satzzeichen - wie notwendigen Luftkissen befüllt. Der Prozess des „Eroberns“ von materialisierten Raumluftpartikeln als Träger einer alphanumerisch zusammengesetzten immateriellen Botschaft in Form eines Textes sehen wir als experimentelle Aneignung des Raumes in vielschichtiger Hinsicht. Die virtuelle inhaltliche Kohäsion des Textes programmiert das bestehende Volumen temporär zu einer im(materiellen) Textskulptur. Scheinbares Chaos unterliegt einer exakten Ordnung.

 

Ausgangspunkt :

das "anrennen gegen die grenzen der sprache" - methoden des schreibens und strategien des lesens

treffen in paris, 18. februar 1965

eine diskussion mit roland barthes (kulturkritiker, essayist und semiologe), andré breton (schriftsteller und theoretiker des surrealismus, der moderator), gilles deleuze (philosoph) und raymond federman (schriftsteller und literaturtheoretiker).

Dazu Raymond Federman: die dekonstruktion ist teil der textualität. durch die arbeit der dekonstruktion offenbart sich die "textualität des textes" im "text" der dekonstruktion. texte haben keinen einheitlichen sinn, keine geschlossene struktur, keinen fixierbaren kontext, texte sind immer schon “zitate”. es besteht eine möglichkeit diese zitate zu lokalisieren, und sie somit sichtbar zu machen und so unser misstrauen gegenüber "der schrift", "der spur" zu schärfen. wie derrida in edmond jabès und die frage nach dem buch schreibt: "die schrift wird geschrieben, sie stürzt aber ebenfalls in den abgrund ihrer eigenen repräsentation."