Haus Pfister

Vision „green house“

Auf Grund der sehr bildhaft und poetisch geäußerten Intention, das Haus „grün zu verpacken“ wurde von uns dieses Bild weiterverfolgt und führte zur Idee, den Garten als Basis verwendend, eine grüne Hülle über das Haus zu ziehen. Als erste Maßnahme schlagen wir die Anhebung des Gartens auf Erdgeschoßeben vor. Der direkte Zugang zum Garten ist somit gewährleistet.

Typologie, smart zone/smart skin

Die optimale Typologie eines Gebäudes in Bezug auf seine optimierte Nutzungsflexibilität ist eine in Geschoßen geschichtete und doppelt erschlossene Wohnfläche. Sie ermöglicht alle Varianten einer mehrfachen Nutzung der Liegenschaft. Wir benutzen eine zusätzliche „äußere Erschließung“, in Form eines umlaufenden Laubenganges, der auch zum Träger für Nutzfächen im Außenraum wird und die bestehende innere Stiege, die die Schaltbarkeit der Kernzonen gewährleistet.

So wird es durch die Doppelerschließung theoretisch möglich, die innere Erschließung im Fall mehrgeschoßiger Wohneinheiten als wohnungsinterne Treppe zu nutzen und die primäre, externe Erschließung der Wohneinheiten über zusätzliche Außentreppen zu führen. Es ist damit auch denkbar, eine Wohneinheit aus Flächen im Erdgeschoß und im Dachgeschoß zu bilden, deren weit auseinander liegende Ebenen wieder über die innere Stiege wohnungsintern verbunden sind.

Auf diese Weise lassen sich die Ebenen, aber auch Teile von Ebenen fast beliebig zu Wohneinheiten verschiedener Art und Qualität kombinieren.

Es ergeben sich zusätzlich zum bestehenden Kern die „smart zone“ und die „smart skin“, die als upgrade die Vision der Bauherrschaft umzusetzten helfen.

„smart zone“

Die Typologie der gestapelten Wohnflächen mit Doppelerschließung erfährt ihre Umsetzung in Form eines Laubenganges, der auch zur Nutzfläche wird - zu einer Art „smart Zone“, die verschiedenste gestalterische, aber vor allem auch verschiedene funktionelle Mehrwerte erzeugen kann: Freibereiche für alle Geschoße, Verweilzonen, direkter Zugang in allen Geschoßen zu einem individuellen Außenbereich, Beschattung, Sichtschutz, Kühlung etc..

Das Konzept beinhaltet im Vollausbauszenariondie Errichtung einer neuen Außentreppe und eines Liftes, die beide im Norden des bestehenden Gebäudes vorgesehen sind. Zusätzliche Treppe und Lift sind jedoch auch als Teile einer späteren Etappe gut denkbar, wenn sie im Startszenario der Ausbildung der einzelnen Wohnungen nicht erforderlich sind.

Die Belichtung und Besonnung optimierend ist die „smart zone“ durch Lichtöffnungen strukturiert, um konkrete Räume von jeweils darunterliegenden Wohnungen hinsichtlich der Belichtung nicht zu beeinträchtigen. Da in der Entwicklung der Vision von einem Höchstmaß an Flexibilität als Ziel formuliert wurde, kann theoretisch als konsequente Maßnahme durch das Wegnehmen der Fensterparapete die externe Erschließbarkeit aller Zimmer des Gebäudes angeführt werden.

„smart skin“

Die „smart skin“ ist der emotionale Imageträger der neuen Baumaßnahme. In ihr spiegelt sich die visionäre Idee einer Verbesserung des städtischen Lebensraumes durch die Initiative einzelner privaten Bauherren wider, die in ihrer Eigenverantwortung einen Teil zur Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt propagieren. In Kombination mit der Neugestaltung des Gartens wird die neue „grüne Hülle“ zur tragenden Idee des Gesamtentwurfes. Pflanzen, die direkt in der Erde wurzeln, Pflanzen, die in Trögen oder Töpfen erst im 1. oder 2. Obergeschoß die Rankgerüste der „smart skin“ kolonialisieren, ergeben ein nicht nur geplantes, sondern von der Natur designtes Erscheinungsbild eines Gebäudes, das in Graz bis dato nicht existiert. Architekt ist die Natur. Dass die Optimierung der Durchblicke und Belichtungssituationen individuell auf die dahinterliegenden Aufenthaltsflächen der Smart zone und die Räume der Wohnungen angepasst wird, ist selbstverständlich.

Die Aufstockung

Die Aufstockung dient einerseits der wertsichernden Ausnutzung der Bebauungsdichte im Rahmen der baugesetzlichen Möglichkeiten und andererseits der Gewinnung von gut besonntem Wohnraum und zusätzlichen Freibereichen:Wohnfläche mit Rundumblick im 3. Obergeschoß und eine Dachterrasse mit Sommerküche. Dieses Geschoß soll langfristig vor allem der Bauherrschft selbst zur Verfügung stehen.

 

Die modulare Umsetzung

Wie von Bauherren gefordert wird die Umsetzung in modularen Schritten ausgearbeitet, die auch in einer Kostenschätzung abgebildet sind.

Project Name:

Haus Pfister

Location:

Graz, Austria

Client:

Felix Pfister, Graz

Architecture:

HOFRICHTER-RITTER Architects

Designteam:

Gernot Ritter, Veronika Hofrichter-Ritter, Franz Stiegler-Hameter

Structural Engineering:

Peter Mandl and Partners ZT GmbH