Name: Kindernest
Beschreibung: Errichtungszeit: 2011

Es ist nicht leicht, Kind zu sein! Es ist schwer, ungeheuer schwer. Was bedeutet es, Kind zu sein? Es bedeutet, dass man ins Bett gehen, aufstehen, sich anziehen, essen, Zähne und Nase putzen muss, wenn es den Großen passt, nicht wenn man es möchte. Es bedeutet ferner, dass man, ohne zu klagen, die ganz persönlichen Ansichten eines x-beliebigen Erwachsenen über sein Aussehen, seinen Gesundheitszustand, seine Kleidungsstücke und Zukunftsaussichten anhören muss. Ich habe mich oft gefragt, was passieren würde, wenn man anfinge, die Großen in dieser Art zu behandeln.


aus: Astrid Lindgren und die Kindererziehung, Leserbrief aus Dagens Nyheter, 



Ausgehend von der Grundintention Kindern eine behutsame und fördernde Umgebung zu bieten war die Idee eines "Kindernestes" schnell geboren. Ähnlich einem Vogelnest in dem sich der Nachwuchs entwickelt umgibt die verschiedenen Gebäudeteile eine Fassade, die zum Teil aus Pflanzen und Geweben besteht. Innerhalb der Fassade befinden sich 6 Baukörper, die in ihren Zwischenräumen und Nischen allgemeine Funktionsbereiche definieren.


Die 6 Baukörper gliedern sich in 3 Gruppenräume, 1 Bewegungsraum, 1 Verwaltungsbereich und  1 Versorgung und Therapieräume.Der gesamte Kindergarten ist barrierefrei und auf einer Ebene organisiert.

Der Raum als 3. Erzieher wir sehr ernst genommen. Großzügigen Rückzugsmöglichkeiten stehen ebenso geräumige Allgemeinbereiche gegenüber. Die Gruppenräume haben eine Größe von ca. 60m2 und sind somit 10m2 größer als gesetzlich gefordert. Dadurch ergeben sich verschiedenste Bespielungsvarianten, die je nach Erfordernis der Gruppe definiert werden können.

Zwischen den Hauptbaukörpern wird die Erschließungsfläche auch zum Treffpunkt, zum Marktplatz. Hier wird die Philosophie des offenen Kindergartens sicht- und spürbar. Hier sind auch Ausstellungsmöglichkeiten von kreativen Arbeiten der Kinder möglich, als jedem zugänglich.
Der angrenzende Bewegungsraum kann durch eine Schiebewand vollständig zu diesem Bereich hin geöffnet werden. So entsteht auch eine optimierte Veranstaltungszone, die von allen genutzt werden kann.


In den Nischen zwischen den Gruppenräumen entstehen kleine Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder. Kleine Bereiche, die nur von Kindern in Besitz genommen werden können.

 


Datum: 10.09.2010
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